Eine vegane, also vollkommen pflanzliche Ernährung rückt immer mehr in den Fokus, da sich zahlreiche Menschen dafür interessieren und für diese Lebens- und Ernährungsweise entscheiden. Zum Glück kommen viele vegane Produkte auf den Markt und gerade im Bereich der Ernährung ist die Umsetzung heutzutage so einfach wie noch nie. Eine Herausforderung stellt für viele, besonders auch für neue Veganer, das Weihnachtsessen dar, da die meisten typischen Gerichte ordentlich Fleisch und andere tierische Produkte enthalten. An vegane Alternativen zum Weihnachtsbraten denken hier die wenigsten. Man denke an Gans, Ente, den Weihnachtskarpfen oder den klassischen Rinder- oder Schweinebraten.
Dass es auch zu den tierischen Weihnachtsbraten vegane Alternativen gibt, beweist dir dieser Artikel.
Es geht auch ohne Tier
Viele Beilagen sind auch für Veganer problemlos zu essen, wie etwa Kartoffeln, Nudeln, Reis, Rotkohl, Sauerkraut, Gemüse, Salate oder Klöße. Damit man als Veganer nicht komplett für sich selbst kochen muss, ist es ratsam, das Weihnachtsmenü so zu planen, dass die Beilagen für alle gleich sind und nur der Braten ersetzt werden muss. Wenn die anderen Gäste allerdings sehr aufgeschlossen sind, gäbe es auch die Möglichkeit, das komplette Menü vegan zu gestalten. Das wäre eine interessante, neue Erfahrung! Doch bleiben wir erstmal dabei, vegane Alternativen zum Weihnachtsbraten zu finden.
Für Einzelportionen eignen sich gut:
- herzhaft gefüllte Blätterteigtaschen
- ein paniertes Sellerieschnitzel
- Bohnen- oder Linsenbratlinge
- scharf angebratene Austernpilze, mit Pfeffer und etwas Rauchsalz gewürzt.
Nicht umsonst wird der Austernpilz gern als Fleischersatz heran gezogen: er hat eine relativ feste Konsistenz und einen intensiven Geschmack und wird oft mit Kalbfleisch verglichen.
Hier ein paar Ideen, wenn es für mehrere Portionen reichen soll:
- gefüllter Kürbis (z.B. Butternut) aus dem Ofen
- ein Linsenbraten
- ein herzhafter Strudel mit Pilzen und Lauch
- winterliche Eintöpfe
- „Steaks“ aus Weißkohl oder Rotkohl aus dem Ofen
Wer etwas experimentierfreudiger ist, sollte sich mal an Seitan versuchen. Seitan ist Weizeneiweiß (Gluten), welches als Pulver angeboten wird. Aus ihm lassen sich mit Hilfe von Wasser und Gewürzen ganz nach eigenem Geschmack fleischähnliche Lebensmittel herstellen, von Cevapcici über Roulade bis hin zu Braten oder Würstchen, alles ist möglich. Die Zubereitung erfordert anfangs vielleicht etwas Übung, doch wenn man ein Mal den Dreh raus hat, bietet Seitan eine tolle und auch gesunde Alternative zu tierischen Fleischprodukten.
Wie man sieht, ist es kein Problem, vegane Alternativen zum Weihnachtsbraten zu finden. Als kleines Extra findest du hier aber noch zwei Lieblingsrezepte: für einen Linsen-Nuss-Braten und einen herzhaften Strudel mit Pilzen. Viel Spaß beim Ausprobieren!
Veganer Linsen-Nuss-Braten
Für die Masse
200 g braune Linsen, gekocht und abgekühlt (oder fertig gekauft)
1 Möhre (ca. 100 g)
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
200 g Champignons
200 g Nüsse / Kerne (ich nehme Pekan- und Walnüsse und Sonnenblumenkerne)
75 g Haferflocken
3 bis 4 halb-getrocknete Tomaten
2 EL Leinsamen, geschrotet
1 EL Tomatenmark
1/2 TL Senf
1 TL Sojasauce
Salz, Pfeffer, Rosmarin, Thymian, Paprikapulver, Geräucherte Paprika – Pulver
Für die Glasur
2 EL Tomatenmark
1,5 EL Ahornsirup
1 EL Balsamicoessig, dunkel
1 Prise Salz
Zubereitung
- Die Möhre waschen und die Enden abschneiden, in ein paar grobe Stücke schneiden. Knoblauch und Zwiebel schälen und die Zwiebel vierteln. Die Champignons putzen und evtl. halbieren.
- Alle Zutaten für die Masse müssen nun in der Küchenmaschine zerkleinert werden. Am besten geht das in mehreren Schritten. Die bearbeitete Masse dann jeweils in eine große Schüssel geben und später alles noch ein Mal gut durchmischen / -kneten und abschmecken .Wichtig: es muss nicht alles extrem zerkleinert werden, es dürfen und sollen ruhig Stückchen erhalten bleiben, sie geben dem Braten die passende Struktur. Es sollte also keine einheitliche Masse á la Brät entstehen!
- Eine Kastenform mit Backpapier auslegen und die Masse hineinfüllen.
- Die Zutaten für die Glasur miteinander verrühren und auf die Bratenmasse auftragen. Mit Backpapier abdecken und für 25 min. bei 180° C in den Ofen geben. Die Abdeckung entfernen und weitere 10 min. backen.
- Nach Ende der Backzeit den Braten aus der Röhre nehmen und für 10 min. auf ein Gitter o.ä. stellen, das ist wichtig für die Bindung! Braten aus der Form lösen, in Scheiben schneiden und servieren!
Vegane Bratensauce
1 kleine Zwiebel, fein gewürfelt
2 EL Mehl
1 EL Tomatenmark
200 ml Gemüsebrühe
50 ml Rotwein
1 Lorbeerblatt
Salz, Pfeffer
Zubereitung
Die Zwiebelwürfel in einem kleinen Topf in etwas Öl glasig anbraten. Das Mehl dazugeben, mit dem Schneebesen verrühren. Das Tomatenmark hinzufügen und dann mit Rotwein ablöschen; dabei permanent mit dem Schneebesen rühren, damit keine Klumpen entstehen. Nun die Brühe angießen. Lorbeerblatt und Gewürze dazugeben und auf kleiner Flamme ca. 15 Minuten köcheln lassen. Evtl. mehr Brühe nutzen, wenn die Sauce flüssiger sein soll.
Veganer Strudel mit Pilzen und Lauch
Für den Hefeteig
250 ml lauwarme Pflanzenmilch
2 1/4 TL Trockenhefe
eine Prise Zucker
4 EL Olivenöl
1 Flaxegg (1 EL Flohsamenschalen vermischt mit 4 EL Wasser, kurz quellen lassen)
400 ml Mehl
Für die Füllung
200 g Champignons, ein kleinen Stücken
1 Stange Porrée, in feinen Streifen
1 – 2 EL Öl
1 Knoblauchzehe, gepresst
Salz, Pfeffer, Thymian, Chiliflocken
1 veganer Feta, gewürfelt
1 Handvoll veganer Reibekäse
Zubereitung
- Für den Hefeteig die Hefe zusammen mit dem Zucker in die lauwarme Milch geben und ca. 10 Minuten stehen lassen. Dann die restlichen Zutaten für den Teig dazugeben und mit dem Handmixer (mit Knethaken) ordentlich kneten; mindestens 5 Minuten; doch je länger, desto besser. Die Schüssel mit etwas Olivenöl einreiben, den Teig hineinlegen, mit einem feuchten Küchentuch abdecken und mindestens 2 Stunden gehen lassen.
- In der Zwischenzeit für die Füllung alle Zutaten (bis auf die Käse) langsam in einer Pfanne anbraten, bis die Lauchstreifen weich sind. Gut würzen, dann beiseite stellen und abkühlen lassen.
- Den Hefeteig aus der Schüssel nehmen und auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche rechteckig ausrollen: ca. 30 x 40 cm. Die Pilz-Lauch-Mischung gleichmäßig darauf verteilen, ebenso den Reibekäse und die Fetawürfel. Den Hefeteig von der langen Seite her aufrollen, auf ein Backblech (mit Backpapier) legen und ein paar Einschnitte machen (z.B. mit einer Schere) und an diesen Stellen den Teig leicht aufklappen.
- Den Backofen auf 175° C vorheizen und den Strudel mit etwas Olivenöl bestreichen und 20 min. gehen lassen.
- Nun den Strudel ca. 25 – 30 min. backen.
Wir hoffen, du findest hier ein paar Anregungen und Inspirationen, wenn du auf der Suche nach veganen Alternativen zum Weihnachtsbraten bist.

Auf ihrem eigenen Foodblog „Ginger&Thyme“ teilt sie ihre liebsten veganen Rezepte und zeigt damit die unglaublich große und leckere Vielfalt, die die vegane Lebensweise mit sich bringt. Neben den Themen Kochen und Ernährung interessiert sich Britta unter anderem für Yoga, Fitness und Gaming. Schaut unbedingt auf ihrem Blog vorbei und folgt ihr auf Instagram @ginger_and_thyme, um keines ihrer Rezepte zu verpassen.